Hygiene im Tattoostudio: Warum sie so wichtig ist
In einem Tattoostudio ist es besonders wichtig, hohe Hygienestandards einzuhalten. Dies gilt sowohl für das Equipment, das verwendet wird, als auch für die Reinigung der Räumlichkeiten. Als angehender Tätowierer musst du die gesetzlichen Vorschriften kennen und konsequent umsetzen – denn Hygiene schützt nicht nur deine Kunden, sondern auch dich selbst vor Infektionen und rechtlichen Konsequenzen.
Warum ist Hygiene beim Tätowieren so wichtig?
Beim Tätowieren wird die Haut mit Nadeln durchstochen, um Farbpigmente in die Dermis einzubringen. Dieser Eingriff birgt grundsätzlich ein Infektionsrisiko. Ohne strenge Hygienemaßnahmen können Krankheitserreger wie Bakterien, Viren (Hepatitis B/C, HIV) oder Pilze übertragen werden.
Die Hygiene im Tattoostudio umfasst mehrere Bereiche:
- Personalhygiene: Handhygiene, Schutzkleidung, Gesundheitszustand
- Instrumentenhygiene: Sterilisation, Einwegmaterialien, sachgerechte Lagerung
- Flächenhygiene: Desinfektion von Arbeitsflächen, Reinigungspläne
- Kundenhygiene: Hautvorbereitung, Nachsorge-Anweisungen
Ein professioneller Tattoo Kurs vermittelt dir alle notwendigen Kenntnisse zu diesen Bereichen und bereitet dich auf die Prüfung nach §43 Infektionsschutzgesetz vor.
Gesetzliche Grundlagen: §43 IfSG und mehr
Tätowierer unterliegen in Deutschland verschiedenen gesetzlichen Regelungen zur Hygiene:
Infektionsschutzgesetz (IfSG)
Das IfSG regelt den Schutz vor übertragbaren Krankheiten. Nach §43 müssen alle Personen, die gewerbsmäßig Tätigkeiten ausüben, bei denen es zu einer Übertragung von Krankheitserregern kommen kann, eine Belehrung durch das Gesundheitsamt nachweisen. Diese Bescheinigung muss vor Aufnahme der Tätigkeit vorliegen.
Länderverordnungen
Zusätzlich gelten in vielen Bundesländern spezifische Hygieneverordnungen für Tattoo- und Piercingstudios. Diese können strengere Anforderungen an Räumlichkeiten, Ausstattung und Dokumentation stellen. Informiere dich bei deinem zuständigen Gesundheitsamt über die lokalen Vorschriften.
REACH-Verordnung (EU)
Seit 2022 regelt die EU-REACH-Verordnung die Inhaltsstoffe von Tattoofarben. Viele früher verwendete Pigmente sind nun verboten. Als Tätowierer musst du sicherstellen, dass alle verwendeten Farben EU-konform sind und entsprechende Sicherheitsdatenblätter vorliegen.
Sterilisation und Desinfektion im Detail
Die korrekte Aufbereitung von Instrumenten und die Desinfektion von Flächen sind zentrale Elemente der Hygiene im Tattoostudio:
Wichtig: Tattoo-Nadeln sind immer Einwegprodukte! Sie werden nach einmaliger Verwendung fachgerecht entsorgt (Abwurfbehälter für spitze Gegenstände).